Mit der wachsenden Zahl an Beherbergungsobjekten, was wir besonders in den letzten Jahren beobachten, wächst auch der Wettbewerb und der Kampf um jeden einzelnen Gast.
Die Statistik zeigt, dass sich mehr als 637.000 Touristenbetten gerade in privaten Unterkünften befinden, und diese Zahl steigt von Jahr zu Jahr. Private Unterkünfte sind zu einem der Erkennungsmerkmale des kroatischen Tourismus geworden. In den Anfängen dieser Form des touristischen Angebots war die Vorstellung jedoch deutlich anders – Vermieter wurden als Gastgeber gesehen. Deshalb heißen die Kategorisierungsbescheide auch Genehmigungen zur Erbringung von gastgewerblichen Dienstleistungen im Haushalt.
Der Gesetzgeber ging damals davon aus, dass sich mit der Vermietung jene beschäftigen, die innerhalb des Objekts, in dem sie leben, einen Teil des Raumes Gästen anbieten können. Heute ist die Situation deutlich anders – viele Vermieter haben Ferienhäuser und Apartments außerhalb ihres Wohnortes, was die Ausübung des sogenannten Gastgeberansatzes erschwert.
Auch wenn es manchen Vermietern lieber ist, möglichst wenig Kontakt zu Gästen zu haben, zeigen Untersuchungen, dass diejenigen, die Mühe in die Kommunikation und die Beziehung zu ihren Gästen investieren, deutlich bessere geschäftliche Ergebnisse erzielen. Unabhängig von der Entfernung oder Zeitmangel gibt es zahlreiche Möglichkeiten zu zeigen, dass Sie ein guter Gastgeber sind. Im Folgenden bringen wir Ihnen Tipps, die Ihren Ruf stärken und einen starken positiven Eindruck hinterlassen können.
1. Der erste Eindruck ist am wichtigsten
Man sagt, dass drei Sekunden ausreichen, um einen ersten Eindruck zu bilden, und dieser beeinflusst stark alle weiteren Wahrnehmungen. Dasselbe gilt auch für den ersten Eintritt des Gastes in die Unterkunft.
Bemühen Sie sich, dass der Gast bereits beim Betreten angenehm überrascht ist. Aktivieren Sie alle Sinne. Liegt die Unterkunft am Meer? Empfangen Sie den Gast mit dem Duft von Lavendel oder Rosmarin. Düfte haben eine starke emotionale Wirkung. Der visuelle Eindruck ist ebenso wichtig – wenn der Esstisch das Erste ist, was man sieht, sollten darauf Blumen, Dekoration oder eine Platte mit frischem Obst stehen. Eine Flasche kaltes Wasser nach einer langen Reise wird die Ankunft zusätzlich verschönern.
2. Seien Sie präsent, aber nicht aufdringlich
Wenn Sie Ihre Gäste persönlich empfangen, nutzen Sie die ersten 15 bis 20 Minuten, um ihren Aufenthalt in einem positiven Ton zu beginnen. Heißen Sie sie mit einem Lächeln willkommen, führen Sie sie durch die Unterkunft und erklären Sie die grundlegenden Informationen.
Teilen Sie Tipps zu lokalen Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen – Gäste schätzen Empfehlungen von Einheimischen besonders. Es ist auch nützlich, eine Karte der weiteren Umgebung zu haben und Entfernungen, Standorte von Tankstellen, Ambulanz, Post oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu erklären.
Seien Sie verfügbar, wenn Ihre Gäste Sie brauchen, aber respektieren Sie ihre Privatsphäre.
Wenn Sie die Gäste nicht persönlich empfangen, bereiten Sie einen Willkommensbrief mit denselben Informationen vor, zumindest auf Englisch und möglichst auch in der Sprache der Gäste.
3. Versorgen Sie Ihre Gäste mit Informationsmaterialien
Besuchen Sie die örtliche Tourismusgemeinschaft und holen Sie Broschüren, Flyer und Werbematerialien ab. Gäste sehen sie sich gerne in ihrer freien Zeit an und nehmen sie oft auch als Erinnerung mit. Damit erleichtern Sie sich auch die Erklärung der Angebote in der Umgebung.
4. Willkommenspakete
Eine kleine Aufmerksamkeit, wie eine Flasche Wein oder etwas zum Knabbern, hat nach einer anstrengenden Reise eine große Wirkung. Es muss nicht teuer sein – wichtig ist, dass es mit einer Idee gestaltet ist.
Nehmen Sie ein lokales Produkt auf und erzählen Sie die Geschichte dahinter. Eine Alternative sind frische Lebensmittel, Obst oder kreative Pakete wie eine Stofftasche zur Wiederverwendung und eine Glasflasche für Wasser. Damit zeigen Sie, dass Ihnen Ökologie und die Gesundheit Ihrer Gäste wichtig sind, und schaffen einen zusätzlichen Mehrwert.
5. Vermitteln Sie den Eindruck eines Freundes
Ein zu formeller Ansatz schafft das Gefühl einer geschäftlichen Beziehung. Ein freundlicher Ton hingegen fördert Nähe – und Freunde loben wir gerne in Bewertungen.
Teilen Sie einen Teil Ihrer Geschichte: warum Sie diesen Ort lieben, wie das Haus oder Apartment entstanden ist, was Ihnen in der Umgebung besonders gefällt. Fügen Sie ein paar Insider-Tipps hinzu – lokalen Honig, ein Fischerfest, einen versteckten Ort, der in keinem Reiseführer steht. So bauen Sie eine emotionale Verbindung auf.
6. Was, wenn sich die Unterkunft auf dem Land befindet?
Wenn es in der Nähe keine Geschäfte oder Restaurants gibt, machen Sie genau das zu einem Vorteil. Gestalten Sie den Garten, ermöglichen Sie Ihren Gästen das Pflücken von Obst und Gemüse oder heben Sie die Authentizität des Lebens auf dem Land hervor.
Für Gäste aus städtischen Umgebungen kann das ein besonderes Erlebnis sein. Sicher gibt es das gewisse Etwas, das Ihren Ort besonders macht – heben Sie es hervor.
7. Bieten Sie etwas anderes als die Konkurrenz
Details machen den Unterschied. Wenn Sie Familien mit Kindern ansprechen, stellen Sie Gesellschaftsspiele oder eine Spielkonsole zur Verfügung. Wenn Sie einen großen Hof und eine schöne Aussicht haben, bieten Sie eine Staffelei und Malutensilien an.
Erklären Sie Ihren Gästen, warum Sie das getan haben – weil es Ihnen wichtig ist, dass sie sich wohlfühlen. So denken Gastgeber.
8. Emotion ist der Schlüssel
Menschen sind emotionale Wesen. Positive Emotionen führen zu positiven Reaktionen – guten Bewertungen, Empfehlungen und wiederkehrenden Aufenthalten.
Zeigen Sie Emotion durch eine Geschichte über die Destination, ein Lächeln und ehrliches Interesse. Wenn Sie Ihre Gäste durch den Ort führen und sie den Nachbarn vorstellen, werden sie sich als Teil der Gemeinschaft fühlen und nicht nur als Durchreisende.
Tourismus wird von Menschen gemacht.Wenn wir unseren Gästen mit Aufmerksamkeit und Emotion begegnen und nicht ausschließlich geschäftlich, schaffen wir Verbundenheit. Kehren wir zumindest gedanklich in eine Zeit zurück, in der man dem Gast das bestmögliche Erlebnis bieten wollte. Seien wir gute Gastgeber – dann werden wir auch gute Gäste haben.